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Kalender A4 297x210 Web19Nachhaltigkeit beginnt beim Weitergeben!

Der Begriff Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Fortswirtschaft und bedeutet, nur so viele Bäume zu fällen, wie auch zukünftig nachwachsen können. Diese Definition erfasst aber nur die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit und somit nur die erste von insgesamt drei Säulen aus dem "Drei-Säulen-Nachhaltigkeitsmodell". Die zweite Säule der Nachhaltigkeit beschreibt den ökonomischen Ansatz, der fordert, dass so gewirtschaftet wird, dass nachfolgende Generationen mit den gleichen Chancen und Möglichkeiten agieren können wie wir heute.

Nicht so bekannt wie die ersten beiden Säulen, aber dafür nicht minder wichtig, ist der Ansatz der soziale Nachhaltigkeit, die den Menschen selbst in den Mittelpunkt stellt. Obwohl sich noch keine eindeutige Definition etabliert hat, rückt das Konzept der sozialen Nachhaltigkeit die Lebensqualität des und der Menschen ins Zentrum und versucht Werte darüber zu entwickeln, wie sich unsere Gesellschaft entwickeln und welchen Idealen sie folgen soll.

Unter dieser Betrachtungsweise agieren wir als Gesellschaft vermutlich dann sozial nachhaltig, wenn wir uns und den nachfolgenden Generationen Werte wie Chancengleicheit, kulturelle Entfaltung, Partizipation und politische Teilhabe, Solidarität und Gemeinschaftsleben und vor allen Dingen Bildung vermitteln! Die Kinder von heute sind die Eltern von morgen und wir können ihnen im Sinne einer gesunden und nachhaltigen Entwicklung nichts besseres als nachhaltige Werte, Verbundenheit mit der Natur und Glauben an sich selbst mit auf den Weg geben.

Im übertragenen Sinne beginnt somit das "nachhaltig sein" bereits beim "(weiter)geben"!

 

 

 

 

 


Handlungspunkte der sozialen Nachhaltigkeit

Die Armut ist eine häufig anzutreffende Ursache für mangelnde Nachhaltigkeit. Menschen in Armut benötigen unsere Unterstützung, um ein Leben mit weniger Hunger und Not zu erreichen. Dabei hat sich der ursprüngliche Ansatz der Entwicklungshilfe, viele Güter in die jeweiligen Länder zu schicken, als nicht langfristig hilfreich erwiesen. Ein so simples wie geniales Beispiel für eine nachhaltige Unterstützung habe ich neulich im Spiegel gelesen. Der australische Agrarökonom Tony Rinaudo hat ein sehr einfaches, aber im Kern nachhaltiges Konzept entwickelt, die Ausbreitung der Wüste in Afrika zu stoppen. Mit Hilfe von einfachen Anweisungen zur Pflege von Natur und Boden wird der Natur geholfen – und der Ertrag der Felder für die Bauern gesteigert. Hier wird die ökologische Nachhaltigkeit also durch soziale Aktivität erzielt, was als soziale Nachhaltigkeit bezeichnet wird.
Werte und Lebensstil

Die soziale Nachhaltigkeit betrifft auch die Frage, wie wir persönlich mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen. Nachhaltigkeit kann kein von oben doktrinierte Regelwerk sein, sondern sollte zum selbstverständlichen integralen Teil unseres Lebens werden. Wie gehen wir mit den Ressourcen Lebensmittel, Wasser, Strom, Öl etc. um? Wie sehr achten wir schon beim Kauf auf die Nachhaltigkeit der Produkte? Erst wenn wir die Werte betrachten, die aus dem Miteinander von Lebewesen und Natur erwachsen, können wir unseren Lebensstil entsprechend anpassen. Von Bedeutung ist dabei sicherlich auch, dass wir unser Lebensgefühl vom materiellen Wohlstand entkoppeln. Hier geht es weniger um einen radikalen Wechsel als vielmehr um ein wachsendes Verständnis für die Zusammenhänge in Ökologie, Ökonomie und Sozialem bis hin in die alltäglichen Entscheidungen.
Teilhabe

Ein anderer Aspekt ist die Gleichverteilung der Arbeit. Auf der Seite sozial-produziert.at wird es folgendermaßen beschrieben:

Soziale Nachhaltigkeit zielt auf ein menschenwürdiges Leben, d.h. auf die Verteilung gesellschaftlicher Belastungen, auf Rollenverteilung, auf Verteilung von Arbeit / Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und auf Chancengleichheit. Im Zentrum steht eine menschenwürdige Existenz durch die materielle und immaterielle Grundbedürfnisse gedeckt werden können. Das Thema „Arbeit“ spielt dabei eine zentrale Rolle: Erwerbsarbeit ermöglicht durch ein Einkommen materielle Teilhabe und Existenzsicherung, hat aber auch einen wesentlichen Einfluss auf soziale und kulturelle Teilhabe.

Damit ist beispielsweise der Konflikt beschrieben, der sich zwischen arm und reich ergibt. Der Fair Handel, in Deutschland vertreten durch den „transfair e.V. “ will dafür sorgen, dass die Menschen auf der Südhalbkugel der Erde einen gerechteren Lohn für ihre Arbeit erhalten.

Die im obigen Zitat beschrieben Menschenwürde bezieht sich aber auch auf Menschen mit Behinderung. In früheren Zeiten – und leider noch in manchen Regionen der Welt verbreitet – wurde die Arbeit für Menschen mit Behinderung als Mittel der Ruhigstellung verstanden. Erfreulicherweise setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass die Arbeit ein wesentlicher Teil des Menscheins ist: Mit seiner Arbeit verbindet sich der Mensch mit der Gesellschaft.
In der Tiefe

Die soziale Nachhaltigkeit ist also noch nicht abschließend definiert. Und während es eine Vielzahl von Indikatoren für den Erfolg ökologischer oder ökonomischer Nachhaltigkeit gibt, so sucht man bei den sozialen Aspekten immer noch danach. Eine der Fragen: Wie lässt sich Lebensqualität messen?

Wer sich tiefergehend mit dieser Frage beschäftigen möchte, dem sei ein Werk der Soziologen Beate Littig und  Erich Grießlicher empfohlen, die im Auftrag der österreichischen Bundesarbeitskammer mit diesem Thema beschäftig haben. Das Dokument ist sehr spannend in Bezug auf die „grüne“ Entwicklung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zu lesen. So wird im Zusammenhang verständlich, wie sich aus den ökologischen Aktivitäten von Einzelnen und Initiative nach und nach eine Bewegung entwickelte, und wie sich aus den ökologischen Fragen ökonomische und soziale ergaben.

Littig und Grießler sagen, dass nicht nur um die Erfassung der Werte von Bedeutung ist, sondern dass „auch der normative Aspekt sozialer Nachhaltigkeit unabdingbar“ zu beachten ist: Dabei geht es darum, Werte darüber zu entwickeln, wie sich unsere Gesellschaft entwickeln soll, welche die Ideale sind, die die gesellschaftliche Entwicklung einlösen soll. Denn: "Die (Erwerbs-)Arbeit ist in modernen (Erwerbs-)Arbeitsgesellschaften der Dreh- und Angelpunkt der gesellschaftlichen Ordnung wie auch der individuellen Lebensentwürfe und Existenzsicherung und darüber vermittelt der individuellen Bedürfnisbefriedigung."

Auch wenn er Menschen mit Behinderung in seinem Bericht nicht explizit erwähnt (allenfalls als „Minderheiten“ oder „Problemgruppen“), so kommt er doch zu dem Schluss: "Nicht zuletzt ist die soziale Integration und soziale Akzeptanz aller in einem Land lebenden Personen ein zentrales Element sozialer Gerechtigkeit."

 


Quelle: http://blog.entia.de/2012/07/soziale-nachhaltigkeit-was-ist-das/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen-Nachweis:

1) edeos- digital education - Bildung und Informationsvermittlung durch möglichst barrierefreie, didaktisch fundierte und zielgruppenorientiert Inhalte und Produkte: Creative Commons Lizenz CC-BY-SA - "Die originalen Inhalte wurden durch zusätzliche Informationen ergänzt und adaptiert."